2 Minuten Funkstille

Die AirBlue-Maschine ist gestern ziemlich genau um 9:45 h Ortszeit nahe Islamabad abgestürzt. Der letzte Funkkontakt mit dem Tower bestand um 9:43 h. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Airbus 321 bereits fast 7 km ab vom Kurs. Die Landung sollte zunächst auf Runway 30 erfolgen. Der Pilot wurde dann aufgefordert, statt dessen in entgegengesetzter Richtung, also auf RWY 12 zu landen. Diese Landebahn hat kein ILS, also musste auf Sicht geflogen werden. Die Sichtkriterien dafür lagen vor, trotz des schweren Monsunregens. Um nach dem Anflug auf RWY 30 doch auf RWY 12 landen zu können, muss eine Schleife geflogen werden (circle to land). Deren Größe ist u.a. von der Sichtweite anhängig, denn der Pilot muss dabei die Landebahn im Auge behalten können. Die Sichtweite betrug 2.000 Meter. Als der Pilot durchgab, dass er die Landebahn sehe, war er von deren Landeschwelle schon gut 7 km entfernt. Bis zum Aufschlag (weitere 3,4 nm entfernt) war dann noch ziemlich genau 1 Minute Zeit, wenn der Pilot sonst alles richtig gemacht hat, z.B. mit 200 kts in 2500 feet Höhe geflogen ist.

Aber diese 2500 Fuß Höhe sind zu niedrig für die Margalla-Berge. Wie vom Tower angeordnet, hätte der Pilot nach links ziehen müssen. Statt dessen ist er geradeaus geflogen. Ob er versucht hat an Höhe zu gewinnen, um über die Berge drüber zu kommen, wird die Blackbox zeigen. Wenn ich aber die Lage der Trümmerteile an dem steilen Hang richtig interpretieren, dann hat er die Maschine erst im letzten Moment nach oben zu reißen versucht. Die Maschine liegt an der Absturzstelle nicht wie eine Ziehharmonika gestaucht, sondern wie ans Kreuz genagelt.

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Geschrieben von Labersack am 29.07.2010, 12:57 in Umwelt |

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